Sprintregatta Hameln 2008 … und wieder was dazu gelernt!

Nachdem das Unternehmen „Enter the Dragon“ in Hamburg aufgrund finanziellen Wahnsinns aufgegeben wurde, hatten wir uns für die Hamelner Sprintregatta angemeldet. Zwar wird hier auch auf der mittlerweile etwas ungeliebten Weser gefahren, aber da kurz hinter der Regattastrecke ein Stauwehr liegt, gibt es kaum Strömung und durch die breitere Weser genug Platz.

Leider mussten doch noch mehr Teammitglieder absagen als gedacht, und so ging es in Minimalbesetzung von 18 Paddlern, Katrin von den Schwenkers schon eingerechnet, Samstag morgen los. Bereits die ersten Rennen zeigten, das die Weser trotz Stauwehr ihre eigenen Gesetze hat: alles lag recht dicht zusammen, auch Mannschaften, denen wir vor einer Woche im Industriehafen gut 5 Sekunden abgenommen hatten, hielten ganz gut mit.

Durch den extrem niedrigen Wasserstand dauerten die Rennen auch viel länger als im Vorjahr. Als Hauptgegner kristallisierten sich mal wieder die WAGOs heraus, sowie das Team Konica Minolta Blue Bulls, anscheinend eine Mischung aus Hannoveranern und Wolfsburger Kanuten.

Im dritten Vorlauf kam es zu einigen Turbulenzen mit den Contire-Dragons neben uns, die irgendwie überall auf der Rennstrecke zu finden waren, nur nicht dort wo sie hingehörten. Nicht das einzige Mal, sie fielen öfter durch Wildwest-Einlagen ihres Steuermannes auf. Verständlicherweise wurden alle zur Rennregie gerufen, aber erstaunlicherweise nicht wegen den Contires, sondern weil die Zeit angeblich
nicht mitgelaufen war…. na ja.

Der Lauf sollte um 17.00 Uhr nachgeholt werden, kurz vor den Finals, klasse! Außerdem waren mittlerweile 2 weitere Paddler wegen anderweitiger Verpflichtungen abgereist und in unserer Verzweiflung saß plötzlich Stefan Pultke im Boot ( ;-) kleiner Scherz Stefan, mit Dir sind wir übrigens die schnellste Zeit gefahren). Das alles konnte nicht verhindern, das wir nach 4 Vorläufen als schnellstes Team ins Finale einzogen, begleitet von den WAGOs , Blue Bulls und den Canoe-Rats vom Veranstalter, die mit einer Art „Ausreißer nach oben“ in Vorlaufbestzeit noch als 3. ins Finale einzogen. Hier nun sollte die Fairness mit Füßen getreten werden. Nachdem die Boote ausgerichtet waren, kam vom Starter das Kommando „Are you ready … Attention…“ und dann gleich danach das „Go“ aus
dem Boot der Bullen, die sich auch spornstreichs in Bewegung setzen, verdatterte Mindener und Hamelner stolperten hinterher.

Was soll man noch zum Finale sagen, unsere Taktik war durch diesen Megafrühstart mit Selbstansage über den Haufen geworfen und wir kamen 3/10 Sekunden nach den Herrschaften aus Hannover und Wolfsburg ins Ziel, die sich über ihren Coup diebisch freuten. Dem Protest von uns, den WAGOs und selbst dem Veranstalterboot der Canoe-Rats, hielt der Starter entgegen, das wäre der sauberste Start des Tages gewesen. Dem widersprachen sogar die Blue Bulls mit ihrer Aussage, das „Go“ wäre wohl aus einem der anderen Boote gekommen, und nur deshalb wären sie losgefahren, sozusagen der Gipfel der Frechheit. Eigentlich hätten sie es durchaus versuchen können, fair zu gewinnen, denn schlecht waren sie wirklich nicht.

Mit der vollen Mannschaft hätten wir uns aber sicher trotzdem nicht über den 2. Platz ärgern müssen. Immerhin, um eine Erfahrung reicher ging es dann zurück nach Minden.