
Mit dem Drachenboot-Halbmarathon in Oberhausen ist es wohl ähnlich wie mit der Bundeswehrzeit: egal wie man während dessen geflucht hat, im Nachhinein ist eigentlich alles super gewesen und man würde sie jederzeit wieder erleben wollen. Folgerichtig meldeten wir uns Ende 2008 erneut für diese Schinderei an.
Bei Trainingsstart Anfang Januar musste dann mancher Langstrecken-Neuling feststellen, das bei den fast schon romantischen Schilderungen der Wiederholungstäter, vornehmlich auf Feiern zu vorgerückter Stunde, die unangenehmen Details ein wenig zu kurz gekommen waren. Eine Stunde und länger ununterbrochen zu paddeln ist nicht jedermanns Sache und manchmal auch „voll Scheiße“ ( O-Ton einer Paddlerin nach dem Training ;-)) , trotzdem bissen sich alle durch die Einheiten und mit zunehmender Gewöhnung an die Distanz fielen die Kommentare nach und nach milder aus.
Unterstützt wurden wir in diesem Jahr von Michael von den WAGOs, Jürgen von den Full Pipes , Katrin von den Schwenkers und wie schon im letzten Jahr Peter von der KSG.
Ihnen gilt ein herzliches Dankeschön, es war wirklich super mit euch !!
Am 28.03 war es dann soweit. Um 9.00 Uhr ging es mit dem Bus, in dem auch das Team der KSG Allsports mitfuhr, Richtung Oberhausen. Kurzfristig musste noch ein grösserer Bus her, da sich doch noch einige Schlachtenbummler angemeldet hatten ( na ja , eigentlich wollten sie ins CentrO ) was von Burkhard aber wieder ebenso wie die gesamte Fahrt souverän gelöst wurde. Danke für die Unterstützung auch an Carsten, dem Mann, dem die Kaffeemaschinen vertrauen, keine Ahnung wie das ohne Dich funktionieren sollte ;-) . Lautstarke Anfeuerung bereits im Bus gab es vom Stefan Pultke, der uns auch während der Vorbereitung immer wieder unter die Arme gegriffen hatte und vor allem unser Training auf dem Kanal sicherstellte.
Gegen 11.15 Uhr waren wir dann in Sterkrade, Ernüchterung machte sich breit. Die Wetteraussichten hatten wenigstens verhaltenen Optimismus geschürt, aber der Regen prasselte, der Wind pfiff, 6 Grad waren auch nicht sehr viel, und der Himmel erinnerte etwas an den Herrn der Ringe über dem Schicksalsberg von Mordor. Es war klar: das wird ne ganz harte Nummer. Es half nichts, also Boot klarmachen, wobei es etwas spöttische Blicke auf unsere von den Schwenkers geliehenen Getränkehalter gab. Die Dinger sind aber erstens einfach nur praktisch und zweitens outeten sich gerade die Spötter später als „Weicheier“ und saßen wegen der paar Regentropfen und dem bisschen Wind zum Teil kostümiert wie Reinhold Messner bei seiner Polarüberquerung in den Booten. Wie man in den Klamotten noch paddeln konnte nötigt einem allerdings allen Respekt ab.
Um halb 3 waren wir dann endlich dran: nach einem etwas rumpeligen Start fanden wir schnell in unseren langen Streckenschlag und konnten kurz vor der Hälfte der Strecke zunächst die 4 Minuten vor uns gestartete KSG und dann auch noch das Team Hamburg kassieren. Auch auf der zweiten Hälfte hielt unser 50er Streckenschlag, aus den Fehlern des letzten Jahres hatte man gelernt. Leider war vor uns kein Boot mehr in Sicht an das man sich rankämpfen konnte und so ging es in Alleinfahrt durch die 3. Wende , wieder zum Gasometer und mit einem Endspurt ins Ziel.
Alle waren sich einig, das lief richtig gut. Die Zeit? Steuermann Stefan war auf der Strecke nach 1:27 Std irgendwie an die Stopptaste der Uhr gekommen, die verletzte Andrea, die am Ufer mitgelitten hatte, war so hibbelig vor dem Start, das sie vergessen hatte mitzustoppen, toll ;-) . Pultke's Aussage zwischen 1:40 und 1:42 war schon mal erleichternd aber etwas vage und die Stoppversuche von Achim Riemekasten
brachten mehr Verwirrung als Licht ins Dunkel, also mussten wir uns bis zur Siegerehrung gedulden. Nach und nach wurden die Teams aufgerufen. Als auf Platz 15 Wuppertal II mit einer Zeit von 1:43 angesagt wurde, ging ein Raunen durch die Menge. Damit war man vor nicht allzu langer Zeit noch auf Platz 3. Jubel in unseren Reihen gab es, als auf Platz 11 die erstaunlich starken Dragon Warriors vom MDC dran waren, damit hatten wir unseren ersehnten TOP10 Platz sicher.
Mit einer gefahrenen Zeit von 1:40,30 Std. standen wir letztlich inkl. einer Strafminute wegen einer fehlenden Frau im Boot mit 1:41,30 in den Listen und waren bei der effektiven Fahrzeit nur 37 Sekunden hinter Platz 5, auf Augenhöhe mit Teams wie den Centro-Dragons, Red Devils Schwerin oder den HKC-Drachen, mehr, als man sich erhoffen konnte. Dementsprechend ausgelassen war die Rückfahrt, und erst spät in der Nacht fand der Tag im Wirtshaus Bavaria ein Ende.
Oberhausen war einfach nur klasse!!