GP von Schwerin 2009 , Sternstunden eines Drachenbootteams!

Platz 8 und 17, kein einziges Rennen gewonnen, zu so einem Ergebnis kann man eigentlich nur eins sagen : " Phantastisch!".

In einer beinharten Abstimmung entschied sich das Team im Winter gegen einen Start beim wieder einmal zeitgleich stattfindenden Weserdrachencup und für den Großen Preis von Schwerin, wohl eine der besten Entscheidungen die je getroffen wurde. Vor allem nach unserem starken Auftritt in Bremerhaven waren wir heiß darauf zu sehen, wo wir wirklich stehen und so ging es am Freitag, den 21. August hoch motiviert zur, Meisterschaften mal außen vor gelassen, wohl leistungsstärksten Regatta in Deutschland. Ein Blick auf die Meldeliste kann einen schon schwindelig machen: nach völlig unerreichbaren Teams wie "Fette Motte" und "2. Wahl" gespickt mit Paddlern aus der Nationalmannschaft, stehen da zig weitere Teams, die eigentlich auch nicht zu schlagen sind .

Ziel? TOP30 sollte es schon sein, TOP20 wäre ein echter Erfolg. Der erste Gegner stellte sich allerdings schon bei der Anfahrt zum Pfaffenteich buchstäblich in den Weg: in den engen Gassen wurde ein ungünstig parkendes Auto zum unüberwindlichen Hindernis für den Bus, es ging weder vor noch zurück. Die informierte Polizei konnte aus der Ferne auch nicht weiterhelfen, meldete sich aber noch einmal mit der der Nachricht, ein Streifenwagen wäre unterwegs. Das "HauRuck" des Teams im Hintergrund, das mittlerweile zur Selbsthilfe gegriffen hatte, hörte Freund und Helfer am Telefon zum Glück nicht. Unser Zelt schlugen wir , da die Zeit auch langsam drängte, am Nordufer auf, neben den NB-Drachen und den Hellmann-Dragons. Nach dem Einchecken und ein paar Bierchen am Freitag Abend ging es Samstag Morgen nervös zum ersten Vorlauf. Wie erwartet waren die Wolfsdrachen2 etwas zu stark, aber mit einem ordentlichen Lauf fuhren wir in 1.01,92 die 13. schnellste Zeit, ein sehr positiver Auftakt. Im zweiten Vorlauf fuhren wir in 1.01,93 eine fast identische Zeit, wieder als 2. , diesmal hinter den starken OSPA-Dragons aus Rostock.

Damit hatten wir uns direkt für die Zwischenläufe qualifiziert und sparten uns die Hoffnungsläufe am Sonntag Vormittag. Danach stand dann die Langstrecke auf dem Programm. Das Boot lief richtig gut, abgesehen von ein paar kräftigen Wacklern in der Kurve, denen man aber später nachtrauern sollte. In 4.46,33 min. wurden wir als 17. aufgerufen, ein prima Ergebnis, aber als wir dann feststellten das wir nur 29 Hundertstel hinter den Werres ( Platz 13) und eine Sekunde hinter den Zuarinern ( Platz 11) lagen, ärgerten wir uns schon etwas. Gefeiert haben wir dann aber doch ausgiebig, Sonntag konnten wir ja ausschlafen.

Im Zwischenlauf Sonntag Mittag warteten schon wieder die OSPA-Dragons auf uns, sowie die Red Devils Schwerin. In diesem Lauf werden die Platzierungen gemacht, Platz 1 und 2 gehen ins Halbfinale der besten 12, der Rest je nach Zeit in die C-D-E und F-Finals. In einem tollen Rennen schoben wir uns hinter den anscheinend nicht zu schlagenden OSPAs tatsächlich auf Platz 2 und konnten es kaum fassen, im Halbfinale von Schwerin zu stehen, unter den ersten 12! Dieses lief dann eher mäßig, vielleicht fehlte auch der Glaube unter die ersten 3 kommen zu können, als Letzte und mit unserer schlechtesten Zeit am Wochenende fuhren wir durch Ziel. Hatten wir vorher nur Glück gehabt? Gehörten wir gar nicht ins Halbfinale?

Wir hatten noch eine Chance das Gegenteil zu beweisen, das B-Finale um die Plätze 7-12. Die Leistungsfähigkeit unserer Gegner dort war über jeden Zweifel erhaben: schon wieder die OSPAs , der diesjährige Sieger von Warnemünde, die Riesendrachen, 2. des Berliner City-Cups, der Pommernexpress, Teile des Teams fuhren danach zur WM nach Prag, Youth of the Nation aus Berlin, Finalteilnehmer in der Seniorklasse bei der DM 2008 und die allseits bekannten HKC-Drachen aus Hannover. Nicht wieder Letzter werden, koste es was es wolle. Am besten von den neben uns startenden OSPAs mitziehen lassen und im Endspurt sehen was noch geht!

Startschuss! Die Beschleunigungsschläge bis zum 20. Schlag laufen druckvoll und wie aus einem Guß - der Übergang, wieder eine ganz leichte Welle, aber Druck ohne Ende - ein Blick nach rechts, wie weit sind die OSPAs diesmal weg? - gar nicht, wir liegen vorn, mit dem Pommernexpress! - die Streckenschläge laufen noch länger und knackiger als sonst - Katrin und Stefan brüllen um die Wette " wir liegen super!" - noch ein Blick, immer noch keine OSPAs , ist das denn möglich? - und dann kommt auch schon das "Rock n Roll" , alles was nach 2 Tagen GP von Schwerin noch übrig ist wird mobilisiert, selbst der letzte Schlag passt vom Timing - und die Sensation ist perfekt, wir werden 2. hinter den Barthern, Gesamtrang 8, in DIESEM Feld! Wir jubeln und können es nicht glauben. Im 6er Pack schauen wir mit den anderen Teams das A-Finale das die Fette Motte in beeindruckender Manier gewinnt und feiern danach noch im 12er Pack mit den Zuschauern diese
tolle Veranstaltung.

Schwerin war sicher nicht nur der sportliche Höhepunkt der Saison ( vielleicht nicht nur der Saison).