Weserdrachen-Cup 2010 - das alte Lied .... und neue Töne

Ein Blick in die Ergebnislisten reicht um zu wissen, um welches Rennen es geht. Wenn fast jeder Endlauf im Hundertstelbereich entschieden wird,

kann es sich fast nur um den Weserdrachen-Cup handeln.

Nach einem Jahr Pause traten auch wir mal wieder bei diesem besonderen Rennen an. Es ist schon ein kleiner Kulturschock, nach dem GP von Schwerin mit seinen acht 13 Meter breiten, ausballonierten Bahnen auf dem ruhigen , relativ tiefen Pfaffenteich, wieder auf der reissenden Weser mit wechselnden Wassertiefen, Strömungen, Kurven und (fast) ohne Bojen anzutreten.

Den Anfang machte am Freitag die Langstrecke. Hier wollten wir uns für das schlechte Abschneiden über die 1000 Meter in Schwerin rehabilitieren und möglichst gewinnen. Das sah auch erst ganz gut aus, nach einem mit vollem Einsatz gefahrenen Rennen und einer guten Wende von Stephan lagen wir lange Zeit recht unangefochten an der Spitze, bis im letzten Block die Underwater-Dragons doch tatsächlich noch ein paar Sekunden schneller waren. Aber auch mit dem zweiten Platz konnten wir ganz gut leben. Das Podium komplettierten auf Platz 3 die Jacob Full Pipe Dragons.

Am Samstag dann die Kurzstrecke: eine Neuerung war eine Boje in der Mitte der Strecke, die zumindest die Bahnen 1+2 und 3+4 ein wenig auseinander hielt. Sicher eine gute Idee und viel mehr ist auf der Weser evtl. auch nicht machbar, es zeigte sich dann jedoch in den Endläufen, das das Ergebnis nicht ganz wie gewünscht ausfiel. Bei entsprechend agressiver Fahrweise der Steuerleute ist es fast vorprogrammiert, das die Teams so ziemlich zeitgleich ins Ziel kommen.

Und so konnten wir uns nach vier Vorläufen zwar recht deutlich an die Spitze setzen, nach dem eher taktisch gefahrenen Finale wussten wir aber nicht, ob wir evtl. auf Platz 1 oder doch eher Platz 4 über die Linie gegangen waren.

Das Warten ging los. Vor der Regatta hatten wir uns gesagt, wir wollen mit einer guten Leistung ins Finale kommen, und das Weitere ist nicht so wichtig, da das Ergebnis aus dem Würfelbecher kommen würde. So war es ja auch. Aber die Wahrheit ist: für jeden ist es etwas ganz Besonderes hier in Minden zu gewinnen, vor Verwandten, Freunden und Bekannten auf das Podest steigen zu können. Die Nervosität war groß. Nimbus 2004, die Überraschung im Finale, wurden als 4. aufgerufen, als nächste waren unsere Freunde von den Full Pipes auf Platz 3 dran, jetzt war die Spannung kaum noch zu ertagen, als auf Platz 2 die Underwater Dragons auf die Bühne gerufen wurden, kannte der Jubel keine Grenzen. Ich kann mich gar nicht erinnern, das wir uns schon mal so über einen

Sieg bei einer Regatta gefreut haben.

Und trotzdem waren die Platzierungen nicht alles. In diesem Jahr stand das Miteinander der Teams sehr im Vordergrund, auch direkten "Konkurrenten" wurde ohne zu überlegen mit vollem Einsatz geholfen, wir bei den Underwaters, die Full Pipes bei uns, irgendwer von unserem Team paddelte eigentlich immer irgendwo mit. Es war ganz einfach ein tolles Wochenende in der Drachenbootgemeinde. Man kann nicht anders als sich bei der KSG für diese schönen Tage zu bedanken, aber natürlich auch bei allen Teams, die ja maßgeblich am Gelingen der Veranstaltung beteiligt waren.