
Schon wie im letzten Jahr hatten wir uns als letzten Wettbewerb des Jahres die Wesermeile der KSG ausgesucht. Diese Veranstaltung scheint sich mehr und mehr durchzusetzen: nach 6 Teams 2007 kamen 2008 schon 11 Mannschaften, und in diesem Jahr gingen sage und schreibe 21 Drachenboote auf die gut 20 km lange Strecke von Vlotho nach Minden, dabei auch Teams aus Berlin und Hannover. Neu in diesem Jahr: vor dem Ziel mussten die Mannschaften erst am KSG Steg vorbei bis zur Fußgängerbrücke, dort eine Wende fahren und gegen die Strömung zurück.
Über diese Neuerung wurde vor dem Start viel und nach dem Zieldurchlauf noch viel mehr diskutiert, aber dazu später. Wir gingen als viertes Team ins Rennen, je im Minutenabstand waren vor uns die Berliner Quereinsteiger, das Team von Drachenboot-Liga-Macher Stefan Telschow (siehe Linkliste) , Nimbus 2004 und direkt vor uns das Team Dragon Warrior vom MDC auf die Reise gegangen. Nach dem von Steuermann Stefan sehr gut getimten Start gingen wir planmäßig in den druckvollen aber doch ökonomischen Streckenschlag.
Nach ca. einem Drittel der Distanz wurde dann unsere Geduld und unser taktisches Geschick auf eine Probe gestellt: wir liefen gleichzeitig auf den MDC und Nimbus 2004 auf. Die Frage wie gut das Überholen bei dem niedrigen Wasserstand der Weser laufen würde wurde sofort beantwortet: unsere erste Attacke zunächst gegen den MDC verpuffte durch einen Gegensprint der Warriors zu unserer Rechten ziemlich jämmerlich, und nun klinkten sich links auch noch die Nimbus auf unserer Welle ein. Man merkte gleich, das es nun viel zäher lief, die drei Boote bremsten sich gegenseitig. Ein zweiter, wohl ebenfalls etwas halbherziger Spurt brachte den gleichen Erfolg wie der erste. Etwas ratlos fuhren wir erstmal im Dreierpack weiter. Sollte es so bis ins Ziel nach Minden gehen? Plötzlich schien das MDC-Boot etwas schwächere Strömung zu haben und fiel ein wenig zurück, wir nutzten die Gunst der Stunde um 40 „Harte“ zu fahren und der MDC war fast weg, noch mal 40 und wir hatten erstmal nur noch Nimbus „am Hacken kleben „ , nach weiteren 40 waren wir dann frei aber kräftemässig auch ziemlich angeknockt.
Sicher nicht die vorteilhafteste Art und Weise einen Halbmarathon zu fahren, aber irgendwas musste ja geschehen. Im Spagat zwischen „Luftschnappen“ und Tempo nicht verlieren machten wir uns nun auf die Verfolgung der Quereinsteiger die aber einen guten Schlag hatten und nicht mehr einzuholen waren.
So ging es in Alleinfahrt unter der Porta- Eisenbahn- und Südbrücke hindurch Richtung KSG. Hier sahen wir schon von weitem das die Wende nicht einfach werden würde: der Raddampfer „Wappen von Minden“ stampfte in voller Fahrt die Weser hoch und wir hatten mit hohen Wellen zu kämpfen. Das ist so schon nicht ganz einfach aber in der Wende hätten wir dann um ein Haar unsere Trommlerin Katrin verloren und mussten komplett abbremsen und beiholen um die Kurve zu kriegen.
Mit Wut im Bauch knüppelten wir die letzten 300 Meter die Weser hoch. Diese Wende hätte man sich echt sparen können. Hinter uns war das Wendenchaos dann perfekt, als ein zweites Schiff der Weißen Flotte genau an der Glacisbrücke wendete und ein paar Drachenboote aufhielt.
So war denn auch nach dem Rennen diese Neuerung Thema Nummer 1. Ebenfalls neu war, das trotz Rekordbeteiligung weder eine Würstchenbude noch ein Bierstand auf dem KSG-Gelände zu finden war, hier wurde es sicherlich versäumt mehr aus dieser Veranstaltung zu machen.
Nach einer ebenfalls eher schmucklosen Siegerehrung ( aber das kennt man ja z.B. auch schon aus Oberhausen) stand erfreulicherweise fest, das wir uns vor den Hannoveranern „Drachenpötern“ sowie den Jacob Full Pipes durchgesetzt hatten. Der Wesermeilen-Cup an sich ist ein tolles Rennen, nur das Drumherum könnte noch etwas verbessert werden, und die Wende war hoffentlich eine einmalige Geschichte.