3. Berliner Halbmarathon 2011 - Kampf gegen die Elemente und starke Teams
Der 09. April hatte es wirklich in sich. Erstmals hatten wir als Superlangstrecke nicht Oberhausen, sondern Berlin im Programm. Nachdem uns unser Klaus gegen kurz nach eins sicher nach Berlin-Karolinenhof gebracht hatte, richteten sich sofort erste sorgenvolle Blicke
auf das Wasser. Weisse Schaumkronen sieht man nicht so gerne, wenn man mit einem Drachenboot einen Halbmarathon fahren will. Von Veranstalter Stefan erfahren wir dann auch, das die Qualifikation, die wir aus Zeitgründen ohnehin abgesagt hatten, den Bedingungen zum Opfer gefallen war. Der Wind pfiff steif aus Nord-West und die Wellen waren beeindruckend. Nach kurzer Beratung mit der DLRG war dann klar: es wird gestartet, mit verkürzter Strecke.
Schon während es Einsteigens waren die meisten im Team pitschnass, der Rest bekam seine
Berlin-Taufe beim Einfahren, bei dem sich die Wellen an Nadines Trommelstuhl brachen.
Dann der mit Spannung erwartete Massenstart: für 10 Boote auf gleicher Höhe hieß es „Are you ready – Attention – GO!“ und in atemberaubendem Tempo wurde nun zunächst um eine gute Position im Feld gekämpft. Die Elb Meadow Masters, mit Wellenbrecher und Spritzschutzdecken professionell vorbereitet, fuhren vorne weg, dahinter kämpften wir mit den Blues Brothers aus Schwerin um Platz 2, in den sich dann auch noch der WSC Friedersdorf einschaltete. Über den Seddinsee hinweg hinein in den Oder-Spree-Kanal dann
folgende Rennsituation: EMM schon mit Sicherheitsabstand, danach eng zusammen die Blues Brothers, wir, WSC Friedersdorf und die Sventana Dragons aus Kiel. Nach der Kanalausfahrt konnten wir mit einer von Steuermann Thomas knallhart gefahrenen Wende und knackigem Zwischenspurt unsere Verfolger abschütteln, und es entspann durch den Stichkanal Schmöckwitz und über den langen Krossinsee hinweg ein Verfolgungsrennen mit den Blues Brothers, die uns immer wieder mit Zwischenspurts loswerden wollten, aber wir blieben dran.
Vom Krossinsee ging es um Rauchfangswerder herum in den Zeuthener See, man konnte jetzt kilometerweit geradeaus schauen, ungeschützt gegen den Wind, der Ausdruck Kabbelwasser wurde den Wellen eigentlich nicht mehr gerecht, Seegang traf es schon eher.
Nach 12,5 KM erwischte uns hier das Unheil in Form einiger mächtiger Wellen, die die hintere Boosthälfte überrollten und uns in ernsthafte Balanceschwierigkeiten brachten, 4-5 Personen waren erstmal mit Schöpfen beschäftigt. Die kleine Chance auf Platz 2 war damit auch dahin, denn die Blues Brothers waren nun auf und davon, und wir hatten ja bislang so schon grösste Mühe gehabt, ihnen auf den Fersen zu bleiben.
So bissen wir uns die Kilometer zur Schmöckwitzer Brücke durch, noch eine Linkskurve und beendeten das Rennen über ca. 18 KM mit einem Endspurt in 1.33 Std. hochzufrieden auf Platz 3. Ein Glückwunsch geht an die Elb Meadow Masters aus Dresden, die einfach eine Klasse besser waren, und auch an die Blues Brothers aus Schwerin für ihren verdienten 2.Platz.
Alles in allem ein toller Tag, eine super Rennstrecke in schöner Umgebung, für die Bedingungen kann ja niemand was. Vielen Dank an Stefan von T&T Dragonboatevents und die Gastgeber der Karolinerdragons vom Seesportclub Grünau!
Um 01.00 Uhr nachts kamen wir nach einer ebenfalls noch mal anstrengenden Busfahrt wieder in Minden an.
Berlin ist halt immer eine … na ja, Sie wissen schon.