
Pfingstcup Hannover 2011 - einmal Regatta mit allem bitte
Das waren sie nun also, die Hannover International Dragonboatraces. 3 Tage, 132 Teams in jeglicher Leistungsstärke, ca. 20 Stunden pro Tag donnernde Bässe und knatternde Dieselgeneratoren, Nebelschwaden von Grilldunst, gesperrte Toiletten, nette Leute treffen, Zufriedenheit, Enttäuschung und Glücksgefühle, ein kühles Bier aus der Kühltruhe nach einem erfolgreichen Rennen, einmal aus dem Vollen geschöpft sozusagen.
Erstmals starteten wir in der Klasse Breitensport gegen 20 weitere Teams aus ganz Deutschland, Holland und der Schweiz. Das Feld war stark und die Nervosität groß, wie würde unser neu ausgerichtetes Boot laufen?
Samstag standen die 250 Meter auf dem Programm. In einem sehr engen Vorlauf landeten wir knapp hinter den Sonntagsfahrern vom WSC Friedersdorf auf Platz 2 und hatten uns damit direkt für das Halbfinale qualifiziert. Schon jetzt war offensichtlich, das Bahn 1 erhebliche Vorteile gegenüber den anderen Bahnen hatte. In einem wiederum knappen Halbfinale reichte es dann nur zu Platz 4, und da wir in 1:10.470 11 Hundertstel hinter dem Viertplatzierten des anderen Halbfinals lagen landeten wir im B-Finale. Mit einem guten 2. Platz sicherten wir uns hier immerhin noch Gesamtrang 9. Es wäre durchaus mehr drin gewesen, aber auch so ging das Ergebnis völlig in Ordnung.
Am Sonntag dann die 500 Meter, die wir erstmals unter Wettkampfbedingungen fuhren.
Hier sorgten wir im ersten Vorlauf für eine kleine Überraschung, drehten den Spieß vom Vortag um, und gewannen den Lauf diesmal in 2:20.02 vor den Sonntagsfahrern. Das Halbfinale wurde dann ganz schwer: die Riesendrachen auf der Superbahn 1, neben uns der Sieger der 250 Meter, der Bauerfeind Drache, und auf der anderen Seite der DBC Meilen.
Bis 250 Meter war das Rennen noch offen, aber dann war gegen die schnellen linken Bahnen kein Kraut mehr gewachsen, doch völlig unerwartet rangen wir den Bauerfeind Drachen im Finish nieder und konnten uns in 2:19.360 über Platz 3 und das A-Finale freuen. Hier starteten wir auf der aufgrund einer Sandbank eher schlechten Bahn 6, neben uns auf der noch mieseren Bahn 7 erneut der Bauerfeind Drache, der es über die Zeitwertung auch noch geschafft hatte. Gleich nach dem Start hängten wir uns an die mit Urgewalt losbrechenden Koblenzer, nach 250 Metern lagen wir ca. eine Sekunde hinter Ihnen, von den Riesendrachen, Carolinum Dragons Old School, DBC Meilen und Dutch Dragons auf der linken Seite nichts zu sehen, nur der Justiz Drachen Brandenburg auf Bahn 1 begann, sich langsam auf unsere Höhe zu schieben. Es ging nun in den roten Bereich, das letzte Drittel stand an, Stephan kündigt die Sandbank an, fordert uns zu einem Zwischenspurt auf , danach eigentlich sofort der Endspurt. Total ausgepumpt aber euphorisch fahren wir zum Steg. Platz 3 in 2:18.420, Treppchen, der Hammer! Bahn 1 war wieder nicht zu halten, Glückwunsch an die Brandenburger, die völlig aus dem Häuschen sind, der Bauerfeind Drache hatte diesmal mehr Reserven, physisch sicher das stärkste Boot im Feld. Aber Platz 3 ist absolut mehr als erwartet und bringt uns Abends bei einer tollen Siegerehrung auf die Bühne der proppevollen AWD-Hall, die Brandenburger sind jetzt noch viel mehr aus dem Häuschen. Ein wunderbarer Regattatag.
Die 4000 Meter Langstrecke am Montag war nach Zeitstrafen und diversen anderen Problemen mit Platz 15 leider nicht so von Erfolg gekrönt, sollte den positiven Gesamteindruck des Wochenendes aber nicht zu sehr schmälern.
Hannover war toll!!