Schwerin Pfaffenteich 2010 … am Limit gefahren



Einen Monat nach dem bösen Wochenende von Warnemünde gab es beim Highlight der Saison in Schwerin die Möglichkeit, wieder ein wenig Selbstbewusstsein zu tanken. Aber eins war auch klar: bei dem Starterfeld , noch einmal eine ganz andere Kategorie als Warnemünde, konnte es genauso gut ganz übel ausgehen, zumal es personell nur ein wenig besser aussah und etliche Stammpaddler gerade die letzten Trainingseinheiten vor Schwerin nicht wahrnehmen konnten.

Nach dem Beziehen der Zimmer in der Pension Toskana und einem schönen Abend am Pfaffenteich, stürzten wir uns am Samstag Morgen von unserer Lieblingsbahn 1 aus mutig in den ersten Vorlauf und erkämpften gegen extrem hochklassige Konkurrenz in 57,71 sek. einen erstaunlichen 6. Platz, noch vor den OSPAs aus Rostock und dem Pommernexpress. Das sollte sich später jedoch relativieren, beide waren auf den doch benachteiligten Bahnen 7 und 8 unterwegs, Letztere durften wir am Sonntag auch noch ausführlich kennen lernen. Durch die super Zeit wurden wir als Gruppenkopf für den zweiten Vorlauf gesetzt, eine wirkliche Ehre in Schwerin. Hier setzten wir uns in 58,79 sek. gegen die starken Flying Turtles durch und errangen unseren ersten Sieg auf dem Pfaffenteich.

Die Stimmung war klasse, es lief viel besser als erwartet, da hatte auch das mäßige Wetter keine Chance uns die Laune zu verderben. Was das Wetter nicht hinbekam, glückte der Langstrecke perfekt. Nach gut 4 min. 53 sek , die einfach nur rätselhaft bleiben, katapultierte uns der dazugehörige 41. Platz mit einem Schlag in die dunkle Erlebniswelt von Warnemünde zurück. Das Feuerwerk war trotzdem schön und es wurde ein langer Abend.

Körperlich und mental etwas zerzaust traten wir am Sonntag wieder an, um im entscheidenden Zwischenlauf zu vermeiden, das es auch auf der wesentlich wichtigeren Kurzstrecke wieder eine Pleite geben sollte. Ein zweiter Platz und der Traum vom Halbfinale, den man vor dieser Regatta angesichts unserer letzten Leistungen nicht zu träumen gewagt hatte, wäre Realität. Aber gegen den Pommernexpress und die Spreepoint-Dragons?? Es wurde ein beinhartes Rennen, weniger gegen den einfach zu starken Pommernexpress, wohl aber gegen die Berliner, bis kurz vor dem Ziel sah es gut aus, aber dann schob sich das Köpenicker Team doch noch ganz knapp an uns vorbei. Wir konnten uns nichts vorwerfen, waren an unserem Limit gefahren, hatten uns mit Händen und Füßen gewehrt, aber es hatte nicht gereicht. Warten auf die Zeiten … der Rückenwind, ständiger Helfer an diesem Wochenende, hatte nachgelassen, schon der Zwischenlauf vor uns war eher einer der Langsameren, sollte es wieder ein Tiefschlag werden?

Dann das Ergebnis: wir waren eine 58,38 gefahren, das reichte tatsächlich, um als drittschnellster Drittplazierter noch ins Halbfinale zu kommen! Die Angst wich den Glücksgefühlen, Wahnsinn, wieder im Halbfinale, obwohl alle Vorzeichen gegen uns sprachen. Ein Riesenerfolg, daran konnte auch Platz 8 im Halbfinale, das wir aufgrund unserer Zwischenlaufzeit von Bahn 8 aus bestreiten mussten, und ein erneuter 8. Platz im B-Finale nichts mehr ändern, wieder auf Bahn 8, auf der man gegen diese Top-Mannschaften leider verraten und verkauft ist.

Schwerin war wieder eine Reise wert, und wie schon 2009 konnten wir vorne mitmischen, bei einer Regatta, bei der die Trauben so hoch hängen wie bei kaum einer anderen.