
Wesermeile 2011 - Flaches Wasser und ein dickes Ende
Man kann von der Wesermeile 2011 von Vlotho nach Minden ja so einiges behaupten: sie war z.B. ziemlich warm, lang und anstrengend. Eins war sie sicher nicht: langweilig.
Das erste Mal stieg der Puls in Vlotho schon vorm Einsteigen, als wir hinter den Bremen Draggstars, den Full Pipes und den Drachenpötern am Steg standen und darauf warteten an unser Boot zukommen, während die ersten Teams bereits munter starteten.
Also fiel das Einfahren diesmal komplett aus und es ging sofort zum Start, den wir traditionell
mit etwa 10-15 verschenkten Metern angingen, vor uns die Full Pipes, hinter uns die Drachenpöter im Minutenabstand.
Nun galt es, das Boot laufen zu lassen, bei 1 Meter und 12 Pegelstand ist das allerdings nicht so einfach. Es ging richtig zäh vorwärts und schon musste man befürchten das es ein langatmiges Rennen werden würde, aber da kamen zum Glück ein paar Spaßvögel mit Motorbooten und Jetskis mit viel PS und wenig Hirn zu Hilfe, die mit einigen kräftigen Wellen für Unterhaltung sorgten. Mit guter Laune und min. 50 Litern Wasser im Boot gings weiter Richtung Minden. Auf die Full Pipes konnten wir kontinuierlich aufholen, aber von hintern kamen die Hannoveraner immer näher.
Das konnten wir erst mit der Erhöhung der Schlagfrequenz auf ca. 58 stoppen, eigentlich für einen Halbmarathon zuviel für uns, aber auf dem flachen Gewässer schien das besser zu funktionieren. Den Full Pipes rückten wir so immer mehr auf den Pelz und auch die Weserpiraten und Stromschnellen waren nicht mehr weit weg.
Schon ging es sozusagen die Zielgerade herunter auf die Wende an der Fußgängerbrücke zu, von der wir uns einiges erhofften, hatten wir doch im Training an Anfahrt , Wende und Endspurt sehr erfolgreich gefeilt. Das Problem: mittlerweile hatten nicht nur wir auf die Full Pipes aufgeschlossen, sondern wir beide auch auf die Weserpiraten und die Stromschnellen.
Leider passte es vom Timing her nicht mehr an diesen Teams noch vor der Wende vorbei zu kommen, so mussten wir uns hinten anstellen und unser Trumpf verpuffte im Nichts. Mit einer engen Wende setzen wir uns erst links neben die Stromschnellen, dann das verhängnisvolle Manöver nach rechts hinter die Schiffmühle. Als wir links neben der Schiffmühle wieder rausziehen wollten geriet unser Drachenkopf ans Boot des GKV Veltheim und dann wars auch schon zu spät: irgendwie verkeilt sich alles, wir drehten die Stromschnellen nach rechts Richtung Ufer wo dann beide Boote zum Stehen kamen. Nachdem es dann endlich irgendwann rückwärts ging war leider ein Stahlrohr der Schiffmühle im Weg und das Chaos im Boot perfekt. Aufgebracht fuhren wir eigenartig langsam als letztes Boot durchs Ziel.
Vor der Schlussbetrachtung die nüchternen Zahlen: wir belegten damit immerhin noch Platz 3, 1:43 min. hinter den Welfenstädtern und 4 Sekunden! ( kann mir jemand erklären warum wir so ins Ziel geschlichen sind?) hinter den Full Pipes.
Wichtiger: bei der Nummer an der Schiffmühle ist niemand verletzt worden, das mit dem Stahlrohr hätte echt gefährlich werden können, bei den Stromschnellen können wir uns nur entschuldigen, zum Bier haben wir ja schon eingeladen ;-). Insgesamt sind wir ein gutes Rennen gefahren, wie viel Zeit wir mit dem Unfall verloren haben ist eigentlich egal, am Sieger hat das Missgeschick wohl letzten Endes nichts geändert, das Team aus Hannover hätte auch so gewonnen, war eben besser, das muss man einfach anerkennen.
Wir freuen uns auf 2012.