Warnemünde 2010 - schrecklich … aber auch schön

Das Wochenende in Rostock/Warnemünde wird wohl etwas länger in Erinnerung bleiben.


Nach vielen positiven Berichten einiger Teammitglieder wollten wir auch einmal das Flair der Regatta im Urlaubsort an der Ostsee erleben, und so ging es am Freitag Nachmittag mit unseren Freunden der Jacob Full Pipe Dragons (Glückwunsch zur super Leistung, war ein tolles WE von und mit euch) und ( mittlerweile ebenfalls unserem Freund) Fahrer Klaus im Bus Richtung Rostock. Knapp sieben Stunden später standen wir an der Rennstrecke und staunten zunächst über die verdammt schmalen Bahnen, ein wenig wurde man an den Isekanal in Hamburg erinnert (es waren keine guten Erinnerungen).

Nach dem Absetzen der Hotelbewohner in Warnemünde ging es weiter zum Hostel nach Rostock, wo sich beim Beziehen der Zimmer die ersten Dramen des Wochenendes abspielten ( „da unten ist kein Zimmer“ „Doch doch, hinter der Küche ist ne Tür, guck noch mal“). Nachdem durch die organisatorischen Höchstleistungen von Andrea und Wolfgang doch noch alle in mehr oder auch weniger bewohnbaren Räumen untergebracht waren, klang der Abend in der schönen Rostocker City aus.

Am nächsten Morgen dann um 9 Uhr Mannschaftstreffen am Alten Strom. Der erste Lauf wurde in 1.12,99 min. auf Platz drei beendet, hinter den Modelathleten vom Dragon Club Rostock und knapp hinter Neptuns Antwort, augenscheinlich mit sehr sachkundigen Paddlern besetzt. Die Zeit war eine einzige Enttäuschung, brauchte es doch Zeiten um 1.10 um halbwegs vorne mitzumischen. Zwar waren die Erwartungen aufgrund vieler Ausfälle nicht sehr hoch, aber mit so einem Rückstand hatte wohl keiner gerechnet. War vielleicht das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Neptuns Antwort auf den schmalen Bahnen schuld?

Das nächste Rennen wurde dann souverän im Alleingang gewonnen, gespannt warteten wir auf die Zeit vom Ansager: 1.13,00 min. Mucksmäuschenstill stiefelten wir zu den Pavillons, ratlos, ungläubig und enttäuscht. Soviel zur Theorie mit den schmalen Bahnen. Es wurde nicht einmal mehr herumgezankt woran es lag. Der nächste Tiefschlag: die Bekanntgabe der Gruppeneinteilung. Mit unseren famosen Zeiten lagen wir an der Spitze…. von Leistungsklasse C, es ging maximal noch um Platz 25. Ein paar Hundertstel schneller und wir hätten in Gruppe B vielleicht noch Wiedergutmachung betreiben können, aber wer weiß schon, was daraus geworden wäre, vielleicht war es gut so. Immerhin ergaben wir uns nicht in unser Schicksal, aber nach einem Sieg in einem ordentlichen Halbfinale und einem erneut enttäuschenden Finale in Gruppe C stand für uns Gesamtrang 28 auf dem Zettel.

Da half nur noch eins: auf zum Strand und erstmal ein kühles Blondes an der Biertheke. Dumm nur, wenn man sich dafür den Bierwagen des Rostocker Lions Clubs aussucht, dessen Besatzung offensichtlich die Faszination des Bewegens in Zeitlupe für sich entdeckt hat. Aber wenn schon eine Pleite, dann bitte richtig. Trotz allem war die Stimmung innerhalb des Teams gut, und nach einem lustigen Abend, sowie einer für einige Mehrbettzimmerbewohner denkwürdigen Nacht, ging es am Sonntagmorgen zu den 100 Meter Sprintrennen mit der festen Absicht, es heute besser zu machen. Gleich Lauf 1 brachte nach 46 zu hektischen Schlägen in 26,50 sek. eine erneute Enttäuschung.

Es sprach aber fürs Team, auch jetzt nicht zu resignieren sondern weiter an sich zu glauben. Mit Erfolg: der zweite Vorlauf lief endlich mal so, wie man es sich im Training erarbeitet hatte, und in absolut konkurrenzfähigen 25,40 sek. gingen wir als Sieger durchs Ziel und hatten uns damit noch für die Finalrennen in Klasse A qualifiziert. Leider ging das Halbfinale wieder derart in die Hose, das die Regatta für uns auf Platz 10 liegend beendet war.

Was bleibt hängen?

Der Rennsamstag war schrecklich, so schnell geben wir nicht auf, auch in diesem Team ist gute Laune bei Misserfolgen möglich, Matratzen können Treppen hoch laufen wenn man laut genug schnarcht, warmes Bier hilft gegen Erkältung, auch mit Kellerräumen hinter der Küche kann man Geld verdienen, ein bestellter Tisch heißt noch lange nicht, das man auch was zu essen bekommt ( „da ist der Tisch, aber die Küche hat zu“ ), Warnemünde ist eigentlich sehr schön.